Fahrradindustrie Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

Abfahren auf deutsche Räder

Die deutschen Hersteller von Fahrrädern, E-Bikes und Behindertenfahrzeugen haben ein recht gutes Jahr 2013 hinter sich. Das war aber allein dem boomenden Exportgeschäft zu verdanken.

Kernaussagen in Kürze:
  • Die deutschen Hersteller von Fahrrädern, E-Bikes und Behindertenfahrzeugen haben ein recht gutes Jahr 2013 hinter sich - dem Export sei Dank.
  • Immer größeres Interesse finden Fahrräder mit batteriebetriebenem Hilfsmotor – davon wurden 2013 in Deutschland 410.000 Exemplare verkauft, 8 Prozent mehr als 2012.
  • Die Hersteller von E-Bikes sprechen jetzt auch verstärkt jüngere Fahrer an, zudem sind Lastenräder für Kurier- und Lieferdienste ein Renner.
Zur detaillierten Fassung

Markenfahrräder made in Germany waren 2013 im Ausland gefragt wie schon lange nicht mehr. Während der Inlandsabsatz um 7 Prozent auf 648 Millionen Euro fiel, legten die Exporte um ein gutes Fünftel auf 276 Millionen Euro zu (Grafik). Vor allem Kunden in Ländern außerhalb des Euroraums fah­ren auf deutsche Fahrräder ab. Dort setzte die Branche 2013 fast 87 Millionen Euro um, 50 Prozent mehr als im Jahr davor. Und selbst in der Eurozone nahm der Absatz von deutschen Fahrrädern im vergangenen Jahr um 12 Prozent zu.

Das Geschäft mit Zweirädern teilen sich in Deutschland nicht einmal 50 Hersteller. Hiervon beschäftigten die 21 zumeist mittelständischen Firmen mit mindestens 50 Mitarbeitern 2013 knapp 4.100 Menschen. Hinzu kamen 2012 (letzte Zahlen) 23 Kleinbetriebe mit 750 Beschäftigten.

Wer sich einen Überblick über das Angebot der Branche verschaffen möchte, kommt an der größten deutschen Fahrradmesse, der VeloBerlin, nicht vorbei. Dort stellten Ende März 250 Firmen Neuheiten vor.

Immer größeres Interesse finden Fahrräder mit batteriebetriebenem Hilfsmotor – davon wurden 2013 in Deutschland 410.000 Exemplare verkauft, 8 Prozent mehr als 2012.

Damit diese Pedelecs (Pedal Electric Cycles) ihren Vorteil als alternatives städtisches Transportmittel ausspielen können, müssen Städte und Hausbesitzer jedoch noch einiges in die Infrastruktur stecken. So fehlen sichere Parkplätze für die elektrischen Drahtesel. Mit 20 bis 25 Kilogramm sind sie nämlich zu schwer, um sie in den Keller zu schleppen. Und auch am Bahnhof muss man seinen meist 1.000 bis 3.000 Euro teuren Elektroflitzer diebstahlsicher parken und auch gleich aufladen können, damit er eine Alternative zum Auto ist.

Die Hersteller von E-Bikes sprechen jetzt auch verstärkt jüngere Fahrer an, zudem sind Lastenräder für Kurier- und Lieferdienste ein Renner.

Zu den weiteren Messeneuheiten gehört ein Fahrradhelm mit inte­griertem Airbag, der das Radfahren sicherer macht. Zwar ist die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrer 2013 deutlich auf 354 gesunken, doch dürfte dies eher dem langen Winter und dem verregneten Sommer geschuldet sein als der größeren Sicherheit im Verkehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de