Thüringen Lesezeit 2 Min. Lesezeit 1 Min.

A4 – und dann immer geradeaus

Am 14. September wählen rund 1,9 Millionen Wahlberechtigte den neuen Landtag in Erfurt. Ökonomisch steht Thüringen gut da, allerdings konzentriert sich die Wirtschaftskraft auf wenige Orte.

Kernaussagen in Kürze:
  • Ökonomisch steht Thüringen gut da, allerdings konzentriert sich die Wirtschaftskraft auf wenige Orte.
  • Die 110.000 Einwohner zählende Stadt Jena ist – zusammen mit der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam – eine der wirtschaftlich erfolgreichsten Städte in Ostdeutschland.
  • Mit Weimar hat Thüringen zudem ein kulturelles Zentrum, das wegen seiner mehrfachen Auszeichnungen als UNESCO-Weltkulturerbe internationalen Ruf genießt.
Zur detaillierten Fassung

Die Hauptschlagader Thüringens verläuft einmal quer durchs Land. Entlang der Bundesautobahn 4 reihen sich mit Eisenach, Erfurt, Weimar und Jena die bedeutendsten Zentren des Freistaats von West nach Ost aneinander wie Perlen auf einer Schnur.

So gilt Jena schon seit Jahren als Paradebeispiel dafür, wie eine Stadt den Wandel von der sozialistischen Zentralverwaltungswirtschaft in die Soziale Marktwirtschaft meistern kann:

Die 110.000 Einwohner zählende Stadt Jena ist – zusammen mit der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam – eine der wirtschaftlich erfolgreichsten Städte in Ost­deutschland.

Basis dafür sind ein dichtes Netz an Forschungseinrichtungen rund um die größte Universität des Freistaats und eine Vielzahl mittelständischer Unternehmen in den Hightech-Branchen Optik, Informationstechnologie und Biotechnologie.

Mit Weimar hat Thüringen zudem ein kulturelles Zentrum, das wegen seiner mehrfachen Auszeichnungen als UNESCO-Weltkultur­erbe internationalen Ruf genießt. Dazu zählen die Wirkungsstätten von Goethe und Schiller, die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek und die Kunstgewerbeschule, die als Wiege der Bauhausbewegung gilt.

Die insgesamt gute Entwicklung Thüringens ist nicht zuletzt auf die günstigen staatlichen Förderbedingungen und ein großes Reservoir an Arbeitskräften zurückzuführen.

So hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine industrielle Wirtschaftsstruktur entwickelt, die in Bezug auf die Anzahl der Arbeitsplätze den Industriezentren in ­Baden-Württemberg und Bayern in nichts nachsteht. Auch deshalb ist die durchschnittliche Kaufkraft der rund 2,2 Millionen Thüringer höher als die der Nachbarn in Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Ein Blick auf wichtige ökonomische Kennziffern verdeutlicht den Erfolg:

Hohe Industriequote. Der Anteil des Produzierenden Gewerbes an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung liegt in Thüringen bei 33,3 Prozent (Grafik). Dieser Wert ist der höchste aller ostdeutschen Bundesländer und liegt zudem über dem Bundesdurchschnitt.

Hohe Wachstumsrate. Das Brutto­inlandsprodukt ist seit dem Jahr 2000 um 46 Prozent gestiegen – und verzeichnet damit den höchsten Zuwachs aller Bundesländer.

Weniger Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote lag 2013 bei 8,2 Prozent, das war der niedrigste Wert in Ostdeutschland. Im Vergleich zum Jahr 2000 hat Thüringen die Quote fast halbiert – kein anderes Bundesland hat besser abgeschnitten.

Von diesen Erfolgen haben aber offenbar längst nicht alle Thüringer profitiert. Beim Bruttoinlandsprodukt je Einwohner erreicht das Land nicht einmal 70 Prozent des Bundesdurchschnitts und auch beim Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung hinkt Thüringen sowohl dem ostdeutschen als auch dem bundesweiten Mittelwert deutlich hinterher.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene

Mehr auf iwkoeln.de