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258.000 Ideen

Das Europäische Patentamt (EPA) verzeichnete 2012 einen neuen Anmelderekord. Als besonders innovationsstark erwiesen sich die nordeuropäischen Länder. Aber auch ein südeuropäisches Krisenland konnte zeigen, was in ihm steckt.

Kernaussagen in Kürze:
  • Das Europäische Patentamt (EPA) verzeichnete 2012 einen neuen Anmelderekord.
  • Fast zwei Drittel der Patentanmeldungen stammen mittlerweile aus Drittstaaten – im Jahr 2000 waren es noch weniger als die Hälfte.
  • Die Schweiz das ideenreichste Land, gefolgt von Finnland und Schweden.
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Aus den klugen Köpfen scheint es derzeit nur so herauszusprudeln: Allein im vergangenen Jahr reichten Entdecker und Tüftler aus aller Welt insgesamt 258.000 Erfindungen beim Europäischen Patentamt in München ein – das waren fast 20.000 Anträge mehr als 2011 und damit ein neuer Rekord.

Vor allem internationale Unternehmen haben den europäischen Markt für sich entdeckt: Fast zwei Drittel der Patentanmeldungen stammen mittlerweile aus Drittstaaten – im Jahr 2000 waren es noch weniger als die Hälfte.

Die meisten Patentanmeldungen, fast ein Viertel, kommen aus den USA. Dahinter folgt Japan mit knapp 20 Prozent. An dritter Stelle steht Deutschland, das rund 13 Prozent der schützenswerten Ideen einreicht. Aus China kommen rund 7 Prozent der Anträge, aus Südkorea annähernd 6 Prozent.

Setzt man die Zahl der Patentanmeldungen eines Landes allerdings ins Verhältnis zu den Einwohnern, ergibt sich ein anderes Erfinder-Ranking (Grafik):

Demnach ist die Schweiz das ideen­reichste Land, gefolgt von Finnland und Schweden.

Deutschland landet bei dieser Betrachtung mit 423 Patentanmeldungen je 1 Million Einwohner auf Platz 4. Die meisten südeuropäischen Länder scheinen derzeit nur geringe Kapazitäten für Erfindungen aufzubringen – mit Ausnahme Portugals. Zwar landete das Euro-Krisenland mit 13 EPA-Patentanmeldungen je 1 Million Einwohner 2012 noch auf einem unterdurchschnittlichen Niveau, doch im Vergleich zu 2011 konnte Portugal ein Plus von 10 Prozent erzielen – eine der höchs­ten Wachstumsraten im internationalen Vergleich.

Die Ursache für Portugals Performance ist ein umfangreiches Maßnahmenpaket aus steuerlicher Förderung von Forschung und Entwicklung sowie staatlicher Innovationsförderung. Diese Standortbedingungen haben einige forschungsstarke Unternehmen veranlasst, sich auch in Portugal anzusiedeln, wie die deutsche Fraunhofer-Gesellschaft.

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