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110.000 neue Bundesbürger

Rund 110.000 Ausländer haben sich im Jahr 2016 in Deutschland einbürgern lassen - gut 3.000 mehr als 2015. In den Jahren 2013 und 2014 war die Zahl der neuen Bundesbürger noch zurückgegangen.

Kernaussagen in Kürze:
  • Seit dem Jahr 2000 werden Einbürgerungen als Bundesstatistik erfasst.
  • Türken stellen seither die größte Gruppe der eingebürgerten, auch wenn ihre Zahl seit Jahren sinkt.
  • Seit dem Brexit-Votum ist die Zahl der Einbürgerungen von Menschen aus dem Vereinigten Königreich sprunghaft angestiegen.
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Sie heißt Ilknur, stammt aus der Türkei, ist 33 Jahre alt und sie lebt seit 17 Jahren in Deutschland: So in etwa könnte der statistische Durchschnittsausländer aussehen, der sich 2016 in Deutschland einbürgern ließ, wobei Frauen mit knapp 54 Prozent die Mehrheit der gut 110.000 neuen Staatsbürger stellen.

Seit dem Jahr 2000 - so lange werden Einbürgerungen als Bundesstatistik erfasst - stellen Türken die größte Gruppe der neuen Deutschen. Allerdings ist ihr Interesse an einem deutschen Pass seit 17 Jahren mehr oder minder stark rückläufig. Zwischen 2000 und 2005 sind die Einbürgerungszahlen türkischer Mitbürger kontinuierlich zurückgegangen - von etwa 83.000 auf 33.000. Bis 2013 haben sie sich dann mit kleinen Schwankungen in etwa auf diesem Niveau gehalten, seitdem sinken sie. Im vergangenen Jahr erhielten rund 16.000 Frauen und Männer vom Bosporus einen deutschen Pass, das sind gut 2.800 Menschen weniger als im Jahr 2015.

Als Folge des Brexit-Votums haben sich 2016 mehr Menschen aus dem Vereinigten Königreich in Deutschland einbürgern lassen als je zuvor.

Einen regelrechten Run verzeichneten die für die Einbürgerung zuständigen Behörden dagegen von britischen Staatsbürgern. Als Folge des Brexit-Votums haben mehr Menschen als je zuvor aus dem Vereinigten Königreich einen deutschen Pass bekommen - nämlich exakt 2.865, das sind 360 Prozent mehr als im Jahr 2015.

Knapp 60 Prozent der 2016 Eingebürgerten stammt aus Europa, allein 29 Prozent kommen aus den Staaten der Europäischen Union. Nordrhein-Westfalen verzeichnete mit rund 27.000 Personen die höchste Einbürgerungsquote, das Schlusslicht Mecklenburg-Vorpommern händigte lediglich 533 Ausländern einen deutschen Pass aus.

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